Chronik

Quelle: Männerchor Cäcilia 1880 Erfurt - Dittelstedt e.V.

Historischer Rückblick

Mit einem Jubiläumskonzert im Festsaal des Erfurter Rathauses feiern die Mitglieder des Dittelstedter Männerchores "Cäcilia 1880" am 12. Mai 2000 gemeinsam mit ihren Angehörigen, Freunden und Bekannten die 120-igste Wiederkehr ihres Gründungstages und leiten damit gleichzeitig die Festwoche ein, mit der die Einwohner des ehemaligen Mainzer "Küchendorfes" Dittelstedt in diesem Jahr ihren 1100-sten Geburtstag feiern werden.
Der Männergesangverein "Cäcilia 1880" ist neben der Freiwilligen Feuerwehr einer der traditionsreichsten und verdienstvollsten Vereine Dittelstedts und mit ihr einer der wichtigsten gesellschaftlichen Aktivposten im Ort. Durch seine zahlreichen und erfolgreichen Auftritte auch in der Stadt Erfurt, im Land Thüringen, ja selbst in Wien am Stephansdom oder in Prag auf dem Hradschin, hat er Dittelstedt über die Ortsgrenzen hinaus bekannt gemacht und auch dazu beigetragen, dass die Dittelstedter heute stolz auf ihren Heimatort sein können.
Alles begann am 19. Januar 1880, als sich dem damaligem Zeitgeschmack folgend etwa 20 sangesfreudige örtliche Honoratioren in Dittelstedt zusammenfanden, um das nachzuvollziehen, was in dieser Zeit nationaler Euphorie, der Zeit nach dem siegreichen Frankreichfeldzug, in vielen Städten und Gemeinden bereits geschehen war, nämlich die Gründung eines Männergesangvereins.
So konnte man seiner vaterländischen Gesinnung und Kaisertreue aber auch seinem Nationalgefühl und seiner Heimatliebe mit Hilfe des Gesangs gemeinsam Ausdruck verleihen und wurde darüber hinaus dem allgemein verbreiteten Wunsch nach Gemeinschaft und Geborgenheit im Verein gerecht. Selbstverständlich gehörte auch eine Vereinsfahne dazu, die 1882 gestiftet wurde und glücklicherweise noch heute vorhanden ist.
Die damals gesungenen Lieder hatten natürlich meist nationalen Charakter und handelten vom Vaterland, vom Kaiserhaus, von Treue und Verteidigungsbereitschaft. Genauso wichtig waren aber auch Lieder über die Heimat, von der Liebe zur Mutter, vom Jugendglück und Frühlingszauber.
Von Beginn an betrachtete sich der Verein aber nicht nur als Chor, der einmal in der Woche probt und dann bei verschiedenen Anlässen eingeübte Lieder zum Besten gibt, sondern auch als Initiator und Organisator gemeinsamer Veranstaltungen der Dittelstedter Bürger.
So wurden jährlich gemeinsame Ausflüge durchgeführt, Feste gefeiert, Treffen mit anderen Chören organisiert und darüber hinaus wurde zu zahlreichen Anlässen, wie Hochzeiten, Geburtstagen und Jubiläen, aber auch zu Beisetzungen und Trauerfeiern aufgetreten.
"Lauterkeit, Wille zur Gemeinschaft, Mut und Lebensbejahung gelten dem Sänger als unbedingte Notwendigkeit. Nur das Lied aus reiner Brust bringt die Herzen der Umwelt zum Erklingen, gibt Frieden, überbrückt die Gegensätze im Leben, und trägt den Menschen über Leiden und Tod", so formulierte später einmal zum 55. Stiftungsfest im Jahre 1935 der damalige Vereinsführer Clemens Weidenhaun die Ziele der Sänger.
Lebenslust und Lebensfreude bestimmten das Vereinsleben und manches Glas Bier (und Freibier) löschten im Vereinslokal, dem "Goldenen Anker", den Sängerdurst.
In der jährlich meist im Februar stattfindenden Generalversammlung wurden Rechenschaft abgelegt, die Vereinsführung neu gewählt und Beschlüsse gefasst. Diese Beschlüsse nahmen hin und wieder kuriose Formen an, wie z.B. der folgende Beschluss vom 15. Februar 1936 zeigt: "Herrn Quasten werden als äußeres Zeichen der Anerkennung für seine erfolgreiche und erfolgversprechende Dirigententätigkeit im Verein 1.- Mark pro Singstunde zur Zeche und damit gleichzeitig zur Hebung des Bierumsatzes bewilligt."
In den Protokollen fast aller Versammlungen kann man neben der Anerkennung für die erbrachten z.T. großartigen Leistungen, aber auch immer wieder Klagen über die z.T. mangelnde Disziplin einiger Sängerfreunde bei den Proben nachlesen. Dies betrifft besonders deren Pünktlichkeit und Regelmäßigkeit im Besuche der Singstunden und führte 1933/34 sogar dazu, dass der Vorstand auf den sonst üblichen Jahresrückblick mit der Begründung verzichtete, dass er sonst "...den Mitgliedern nur unangenehme Dinge..." in Bezug auf diese o.g. Erscheinungsformen "...hätte sagen müssen...". Ursache dieses Phänomens scheint aber ein "Virus" zu sein, der sich bis zum heutigen Tag nicht nachhaltig bekämpfen ließ, wie die jetzigen Mitglieder des Chores leicht bestätigen können.
Vor ca. 60 Jahren versuchte man dieses Problem damit zu lösen, dass man einen sogenannten "Stammseidel" verlieh, mit dem der regelmäßige und pünktliche Besuch der Singstunden des jeweiligen Jahres belohnt wurde. 1935 erhielt z.B. Heinrich Rehse so einen Bierseidel. Am Ende hatten aber fast alle Sänger einen solchen Seidel, ohne dass das Problem damit wirklich gelöst wurde.
Mit der Auswahl der Lieder konnte sich auch früher schon nicht immer jeder Sänger anfreunden, zumal sie Ende der 30-er Jahre immer propagandistischer wurden. In der Generalversammlung 1936/37 angesprochen, wurde dazu im Protokoll vermerkt, dass: "...die Wahl der Lieder, die manchmal manchen Sänger nicht anstehen und gefallen, aber ...als dem Sinn der neuen Zeit entsprechend nötig sind und auch von oben herab vorgeschrieben sind."
Eine solch mutige, öffentliche Bemerkung des Chorleiters Quasten charakterisiert deutlich die damalige Situation, in der sich die kleinen Vereine im Zeitalter der Gleichschaltung befanden.
Dirigenten und Chorleiter waren meist die jeweiligen Schullehrer. So berichtet die Chronik vom Musiklehrer Ludwig Rosenstengel, vom Lehrer Stitz und vom Lehrer Hermann als Chorleiter. Am 21. Mai 1932 übernahm der verdienstvolle Dittelstedter Lehrer Nietsch den Chor und ab 04. Juli 1935 Herr Quasten aus Erfurt, der den Chor bis Ende 1938 als Chorleiter führte. Ab 1939 verstummte der Männerchor "Cäcilia", der II. Weltkrieg war ausgebrochen und hatte alle Sangesfreude begraben.
Erst als der schreckliche Krieg mit all seinen Toten und Verletzten zu Ende war, gab es einen ersten Versuch einiger Sänger, die diese furchtbare Zeit überlebt hatten, die alte Chortradition wieder aufleben zu lassen. Unter dem Dirigenten, dem Schullehrer Paul Hermann, fanden sich am 23. August 1945 im Gasthaus Staudinger 15 Sänger zur ersten Singstunde ein. Unter ihnen befanden sich schon Sänger, deren Namen man auch noch heute in der Mitgliederliste finden kann, wie z.B. Clemens Weidenhaun, Gerald Klaus, Heinrich Bücking, um nur einige zu nennen. Unter dem Namen "Volkschor Dittelstedt" begannen die Sänger mit ihren Liedern wieder Mut und Zuversicht in dieser dunklen Zeit des Hungers und des Mangels zu verbreiten. Leider reichte die Kraft dafür nicht lange und schon am 08. Juni 1946 mit Ferienbeginn musste dieser erste Versuch einer Neugründung wieder aufgegeben werden.
7 Jahre später erfolgte auf Initiative des damals erst seit kurzer Zeit in Dittelstedt wohnenden Friseurmeisters Rudolph Jansen, der selbst ein leidenschaftlicher Sänger war, ein weiterer Versuch, wieder an alte Traditionen anzuknüpfen.
HerrJansen gelang es mit viel Engagement, die alten Dittelstedter Sänger erneut für einen Chor zu begeistern und einen Chorleiter, den Leiter des "Volkschores Schmidtstedt", Herrn Fridolin Tritschler, auch für Dittelstedt zu gewinnen. Am 10. September 1952 war es dann soweit und 18 Sangesfreunde führten im Gasthaus Staudinger ihre erste Singstunde durch.
Die äußeren Lebensbedingungen hatten sich inzwischen deutlich verbessert und Linderung des Hungers und der größten Not waren nicht mehr alleiniges Lebensziel der Menschen in dieser Zeit, so dass diesmal die Begeisterung anhielt und der Chor sich prächtig entwickelte. Wöchentliche Chorproben vergrößerten das Repertoire. So wurden z.B. im Laufe des Jahres 1954 insgesamt 17 neue Lieder einstudiert und gemeinschaftliche Unternehmungen, auch mit den Ehefrauen der Sänger, Konzerte und Auftritte erhöhten das Zusammengehörigkeitsgefühl. Als "Volkschor der B.H.G. Erfurt-Dittelstedt" folgten öffentliche Chorkonzerte und Besuche bei Sängerfesten und ähnlichen Veranstaltungen.
Als 1955 die Burschen bei der Durchführung der Septemberkirmes die Lust verloren hatten, auch die zweite Kirmes zu organisieren, sprang der Chor ein und begann nun seinerseits, diese Kirmes durchzuführen. Der große Erfolg dieser Aktion führte dazu, dass von diesem Zeitpunkt an der Chor die Durchführung aller weiteren Kirmesfeiern übernahm und darüber hinaus begann, jährlich im Februar eine Faschingsfeier zu organisieren und durchzuführen. Diese Tradition, die bis zum Jahr 1960 anhielt, als alle Faschingsfeiern in der damaligen DDR wegen des Zwickauer Grubenunglücks und der deshalb angeordneten Staatstrauer ausfallen mussten, konnte erst sehr viel später nach dem erneuten Wiederaufbau des Chores erneuert werden, half dann aber mit, dass der Männerchor immer mehr zum Motor und wichtigsten gesellschaftlichen Aktivposten in Dittelstedt wurde.
Die Chorproben fanden wöchentlich im Saal im "Goldenen Anker" statt. Als dieser, sehr zum Unwillen der Sänger, ab 1954 zwischenzeitlich als Lagerraum vermietet worden war, trafen sich diese auch in der Gaststätte "Rudelsburg" oder in der Gaststätte in Melchendorf zum Singen. Die angestrebte sozialistische Gesellschaftsordnung in der damaligen DDR ließ jedoch den Druck auf die Bevölkerung immer größer werden und auch die Sänger sahen sich in zunehmender Weise Bevormundungen und Gängeleien ausgesetzt. Besonders bei der Auswahl und der Präsentation ihres Liedgutes, aber auch bei der Planung von Veranstaltungen, waren sie ständigen Kontrollen und Überprüfungen ausgesetzt. So mussten alle Veranstaltungen angemeldet und vorgesehene Programme Tage vor der Veranstaltung schriftlich beim Rat der Stadt, Abt. Kultur, eingereicht werden. Hier waren dann Korrekturen und Streichungen zu erwarten, wenn der Anteil des "neuen sozialistischen Liedgutes" nicht hoch genug war oder die Lieder den Verantwortlichen aus irgendeinem anderen Grund missfielen.
Vielen Sängern ging dies zu weit und besonders die Älteren, die an ihrem althergebrachten Liedgut hingen, lehnten es ab, sich nun überwiegend Arbeiterkampflieder und Lobeshymnen auf die DDR und den Sozialismus einzuprägen, zumal dies in einer Zeit geschah, in der die Grenzen nach Westdeutschland noch nicht völlig geschlossen und die Zwangskollektivierung auch in Dittelstedt, nicht ohne Spuren zu hinterlassen, gerade erst vorbei war. So zogen sie die Konsequenzen und verließen nach und nach den Chor (und manchmal auch die DDR).
Ende 1961, Anfang 1962 war es dann soweit, nach knapp 10 Jahren stellte der Chor seine Aktivitäten ein und hörte erneut auf zu existieren.
Doch auch diesmal sollte es nicht dabei bleiben, fast ein Vierteljahrhundert nach seinem Niedergang wurde auf Initiative der Sangesbrüder Jürgen Hochhaus und Gerd-Arno Hellmuth und mit Unterstützung der LPG "Karl Marx" am 29. März 1985 in der Erfurter Gaststätte "Vilnius" der "Männerchor Erfurt-Dittelstedt" wieder gegründet.
Die Leitung des Chores übernahm Herr Musikdirektor Manfred Jäckel, der den Chor allerdings erst einmal ein halbes Jahr auf Probe dirigieren wollte, dann aber dabei blieb. Diesem Chor gehörte auch noch das Ehrenmitglied Eduard Göritzer an, der damals mit 85 Jahren ältester Dittelstedter Sänger.
Die LPG Karl Marx übernahm für den Chor auch gern die Rechtsträgerschaft und finanzierte als "Einstand" ein neues Klavier der Marke "Alexander Hermann" für 6.600.- Mark.
Nachdem bereits am 18. Dezember 1984 im Kultursaal der LPG die ersten Absprachen getroffen worden waren, zählte der Chor am 05. Februar 1985 schon 24 Mitglieder und hatte nach einem guten Vierteljahr Probezeit anlässlich seiner Gründungsfeier am 29. März in der Gaststätte "Vilnius" seinen ersten öffentlichen Auftritt, worüber auch die örtliche Presse berichtete.
Die Chorproben fanden jetzt wieder wöchentlich im Kultursaal der LPG statt und dank des hohen Engagements der Chormitglieder und der hervorragenden Arbeit seines Dirigenten gelang es relativ schnell, ein hohes künstlerisches Niveau zu erreichen, so dass bereits im Mai 1987 anlässlich eines Einstufungssingens dem Chor das Prädikat "Mittelstufe, sehr gut" und nur ein Jahr später, am 11. Juni 1988, in Eisenach sogar das Prädikat "Oberstufe, sehr gut" verliehen werden konnte.
Auch die erste Rundfunkaufnahme im Sender Weimar am 26. April 1986 war ein großer Erfolg und zeugte vom immer größer werdenden Interesse, welches der Chor, jetzt als "Männerchor Erfurt-Dittelstedt" (Trägerbetrieb LPG "Karl Marx") bezeichnet, aufgrund seiner Leistungen in der Öffentlichkeit erweckte. So folgten nun zahlreiche Einladungen für Auftritte und kulturelle Umrahmungen diverser Veranstaltungen, aber auch zu Sängerfesten und Chortreffen, die, wenn möglich, auch gern angenommen wurden.
Auch Fasching wurde ab 1986 wieder jährlich gefeiert und dabei an alte Traditionen angeknüpft. Auf den Karnevalsveranstaltungen des Männerchores mit Präsident, eigenem Elferrat und zahlreichen Büttenrednern zeigten die Sänger, dass sie den Humor im Laufe der Jahre nicht verloren hatten. Diese Begeisterung, sich selbst "auf die Schippe zu nehmen" und die große Freude am Fasching feiern blieb nicht nur bis heute, sondern sie entwickelte sich im Rahmen des Männerchores mit Elferrat und Karnevalspräsidenten Dietrich Hagemann an der Spitze immer weiter, so dass heute die Auftritte des Dittelstedter Männerchores, meist in Kostümen ähnlich denen der "Mainzer Hofsänger", bei den großen Erfurter Faschingsveranstaltungen durchaus zur Normalität gehören.
In den folgenden Jahren nahm die Anzahl der öffentlichen Auftritte ständig zu und auch die Anzahl der Sänger stieg. So gehörten z.B. 1987 schon 30 Sänger zum Ensemble.
Dann kam das Jahr 1989 und damit der Fall der Berliner Mauer am 09. November. Die Weichen wurden in Richtung Deutsche Einheit gestellt und auch der Dittelstedter Männerchor bekam seine erste Einladung aus dem "Westen".
Der MGV Eintracht Oberhone / Eschwege lud die Sänger und ihre Ehefrauen zu einem Sängertreffen und einem gemeinsamen Weihnachtskonzert am 23. Dezember 1989 nach Oberhone ein. Dieses Angebot wurde gern angenommen und begründete eine Chorpartnerschaft mit gegenseitigen Besuchen und gemeinsamen Auftritten, die auch nach über 10 Jahren noch anhalten sollte. Zur Erinnerung an diese Chorfreundschaft setzten die Oberhoner Sänger später bei ihrem Gegenbesuch 1990 in Dittelstedt im Kirchgarten der St. Martin-Kirche einen Gedenkstein.
Als im Jahre 1990 am 18. März die ersten freien Wahlen in der DDR stattfanden, hatte sich natürlich auch der Chor engagiert, und neun Sänger stellten sich als Wahlhelfer zur Verfügung.
Mit dem erwarteten Anschluss der ehemaligen DDR an die Bundesrepublik Deutschland am 03. Oktober 1991 wurden auch für den Chor neue Strukturen erforderlich. Dem Rechnung tragend, beschloss die Vollversammlung der Sänger am 18. April 1991 im Saal der LPG Karl Marx, die Eintragung ins Vereinsregister zu beantragen und von nun an den Namen "Männerchor Cäcilia 1880 Erfurt-Dittelstedt" zu tragen.
Am 30. Oktober 1991 folgte der Antrag auf Mitgliedschaft im Deutschen Sängerbund, wohlwissend, dass der Chor durch engagiertes Proben unter hochqualifizierter Anleitung inzwischen ein beachtliches künstlerisches Niveau erreicht hatte, wie man z.B. in der Kritik des Chorkonzerts vom 30. März 1990 in der Statthalterei in Erfurt in der Tagespresse nachlesen konnte. So heißt es da u.a.: "...Kürzlich stellte sich der Chor anlässlich des 5. Jahrestages seiner Widergründung mit einem abendfüllenden Konzertprogramm im Barocksaal der kurmainzischen Stadthalterei einem großen, lebhaft mitgehenden Publikum vor. Es war schon beachtlich, welcher Umfang im Repertoire dank Manfred Jäckels reicher Erfahrung erarbeitet werden konnte. Chorsätze aus Opern, geistliche und weltliche Kompositionen des Erbes und der Gegenwart und manches Volkslied folgten einander in einem durchdacht zusammengefügten Programm. Beim Vortrag der verschiedenen Kompositionen gefiel die Intonationsreinheit im mehrstimmigen Satz. Breit gefächerte Dynamik, überzeugende Phrasierung, deutliche Aussprache und die auswendige Beherrschung der gesamten vorgetragenen Literatur sind Zeugnis für den Fleiß und das künstlerische Engagement der vom Vorsitzenden Jürgen Hochhaus geführten Gemeinschaft".
Mit großer Selbstverständlichkeit nahmen die Karnevalisten des Dittelstedter Männerchores auch am ersten großen Erfurter Karnevalsumzug nach der Wende, der am 01. März 1992 stattfand, mit einem eigenen Wagen und einer selbstgebauten Konfettikanone teil und selbst die Frauen der Sänger standen ihren Männern in nichts nach und überraschten erstmals 1997 mit einem eigenem Festwagen.
Durch solche erfolgreichen Aktivitäten angespornt, beschlossen die Sänger des Männerchores, im gleichen Jahr gemeinsam mit der "Pony-Ranch" und anderen Partnern zum ersten Mal in Dittelstedt ein Ortsfest für die Dittelstedter Einwohner zu organisieren. Das Vorhaben wurde am 10. Oktober 1992 realisiert und wurde von den Dittelstedtern so gut angenommen, dass es von diesem Zeitpunkt an zur schönen Tradition wurde.
Der Dittelstedter Männerchor wurde so immer mehr zum Motor der gesellschaftlichen Aktivitäten im Ort. So ist es nicht verwunderlich, dass sich, um die Interessen des Ortsteils gegenüber der Stadt Erfurt besser vertreten zu können, auch aufgrund seiner Initiative 1993 der Dittelstedter Ortsverein unter dem Vorsitz des Chormitgliedes Dietrich Hagemann konstituierte. 1993 wurden insgesamt 26 öffentliche Chorkonzerte dargeboten, die Weihnachtskonzerte schon in der neuen Chorkleidung, einem schwarzen Smoking mit aufgesticktem Emblem mit der Aufschrift: "Männerchor Cäcilia 1880 Erfurt-Dittelstedt e.V."
Auch in den folgenden Jahren nahm die Zahl und die Qualität der öffentlichen Auftritte weiter zu. 1994 waren es z.B. schon 32, darunter auch ein Auftritt in Tabarz für das mdr-Fernsehen.
1995, zur 10-jährigen Wiederkehr der Neugüündung, erhielt der Chor eine neue Vereinsfahne.
Weitere Höhepunkte des bisherigen Vereinslebens und aller öffentlichen Auftritte waren jedoch die Teilnahme am Festkonzert am Stephansdom in Wien anlässlich des Schubertjahres 1997 und das Konzert im Veitsdom auf dem Hradschin in Prag 1999, aber auch die Mitwirkung an der Faschingssendung des ZDF aus dem Erfurter Kaisersaal im Februar 1998 zählt sicher zu den wichtigen Ereignissen im Vereinsleben, die die Sänger lange im Gedächtnis behalten werden.
So erfreut sich der Verein seit seiner Gründung bis heute auch außerhalb Dittelstedts nicht umsonst einer hohen Wertschätzung und er überstand die Wirren der Zeit immer wieder neugestärkt.
Aufgrund seiner langen Tradition und seiner jahrzehntelangen erfolgreichen Arbeit wurde der "Männerchor Cäcilia 1880 Erfurt-Dittelstedt" e.V. am 17. April 1999 im "Volkshaus" in Jena im Auftrag des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog durch den Thüringer Minister für Wissenschaft und Kultur, Gerd Schuchardt, mit der "Zelter-Plakette" ausgezeichnet.
In die Aktivitäten zur Vorbereitung des Jubiläums, wie z.B. die rechtzeitige Fertigstellung und Herausgabe der Neuen Chronik von Dittelstedt oder die Emission einer Serie von neuen Ansichtskarten, die einerseits charakteristische Ansichten Dittelstedts festhält und andererseits auch dem Anlass, auch durch einen Sonderstempel, Rechnung trägt, reihte sich auch der Männerchor ein, indem er erstmals in seiner Vereinsgeschichte die Herausgabe einer eigenen CD in Angriff nahm und diese jetzt sehr zur Freude seiner Anhänger vorstellen kann.
Die ca. 700 Dittelstedter, die heute in der Ortschaft leben und mitten unter ihnen die Mitglieder des Männerchores "Cäcilia 1880" als deren fester Bestandteil, sind gut gerüstet und werden sicher gemeinsam mit ihren Familien, Freunden und Bekannten sowohl beim Festumzug am 20. Mai 2000 und anschließendem gemeinsamen Chorkonzert, als auch am 21. Mai 2000 beim ökumenischen Gottesdienst frohe Stunden verleben.
Das Jubiläumskonzert des Männerchors aus Anlass seines 120-jährigen Bestehens am 12. Mai 2000 im voll besetzten Festsaal des Erfurter Rathauses war ein Riesenerfolg. Besonders gut kam neben der Musik auch die Festschrift des Chores an, die allen Zuhörern zur Verfügung gestellt worden war und die den Chor und seine Geschichte vorstellte.
Aus gleichem Anlass entstand 2000 die erste vom Männerchor produzierte CD. In der wegen ihrer guten Akustik bekannten katholischen Kirche in Melchendorf professionell aufgenommen, gibt der Chor unter der Leitung von MD Manfred Jäckel unter dem Titel: "Durch Tageslauf und Jahreskreis" einen guten Einblick in sein Können und sein großes musikalisches Repertoire. Die Uraufführung des Chorzyklus "Hoffnungen" für zwei vierstimmige Männerchöre a capella von Prof. Karl Dietrich gemeinsam mit der "Liedertafel Tiefthal 1857" am 23. März 2001 im Rathausfestsaal und das "Festliche Chorkonzert" anlässlich des 65. Geburtstages von MD Manfred Jäckel in der voll besetzten St. Severi Kirche im Mai 2001 waren u.a. weitere künstlerische Höhepunkte, die keinen der zahlreichen Zuhörer und Teilnehmer unberührt ließen.
Unabhängig vom reinen Chorleben war der Männerchor schon seit 1985 auch Triebkraft des Dittelstedter Faschings und blieb es auch nach der Wende als "Faschingsclub im Männerchor", verantwortlich natürlich auch für die Teilnahme am Erfurter Karnevalsumzug mit eigenem Wagen und die Karnevalsveranstaltungen in der Saison. Da die Belastungen aber zu groß wurden und auch die Frauen auf die Bühne drängten, wurde am 11.11.2001 der Karneval-Club-Dittelstedt e.V. - KCD gegründet und der Faschingsclub im Männerchor aufgelöst, was nicht bedeutet, dass die karnevalverrückten Chormitglieder deshalb nun nicht mehr Fasching feiern würden.
Der Chor, der 1999 mit der Zelter-Plakette des Bundespräsidenten ausgezeichnet wurde, wird auch in Zukunft seine bewährten Traditionen fortsetzen. Dazu gehören u.a. die gemeinsamen Chorreisen mit verschiedenen Gastauftritten (z. B. 2010 nach Dresden und zur Festung Königstein) und die Gemeinschaftskonzerte mit anderen Chören, wie z. B. die erfolgreichen Konzerte 2007 in der Lorenzkirche mit dem Chor aus dem Rheinland und 2009 mit dem Männergesangverein "Loreley" Leverkusen-Schlebusch, oder auch 2013 beim Ellinghauser Musikfestival, um nur drei zu nennen. Auch die traditionellen Rathauskonzerte im Frühjahr und im Herbst, das Erfurter Weinfest, die vielen Weihnachtskonzerte auf dem Erfurter Weihnachtsmarkt und in Erfurter Kirchen, letztere meist schon ein Jahr terminlich vorbestellt, ebenso die Mitgestaltung von Jubiläen und Geburtstagen, aber auch von Trauerfeiern und dem Volkstrauertag in Dittelstedt gehören zum festen jährlichen Programm und lassen keine Langeweile aufkommen.
Die Dittelstedter Sänger haben Spaß beim Singen und man spürt es. Sie stehen auch heute noch für das, was Männerchören allgemein zugeschrieben wird. Allerdings kommt hier "Heimatverbundenheit ohne salbaderische Verstaubtheit daher", wie Frau Dr. Mielke bereits 2006 in der TA vom 27.Januar treffend bemerkte. (vgl. auch: Stadt und Geschichte, Heft 50, 01/12, S.18 f)
Im Januar 2002 wirkten die Dittelstedter Sänger so z. B. an der erstmalig vom MDR im TV ausgestrahlten öffentlichen Karnevalssitzung "Herrliches, närrisches Thüringen" in Kostümen, ähnlich denen der Mainzer Hofsänger, mit.
Vom 03. - 06. Oktober 2002 unternahm der Männerchor, maßgeblich initiiert durch seinen damaligen Vorsitzenden, Stefan Ehrlich, eine Konzertreise nach Amberg und Regensburg. Gemeinsam mit dem Männerchor "Sängerbund 1880 Amberg" brillierte der Chor zum Tag der Deutschen Einheit beim festlichen Gemeinschaftskonzert in der bis zum letzten Platz gefüllten Wallfahrtskirche "Mariahilf" in Amberg. Eigentlicher Höhepunkt der Reise war aber die musikalische Begleitung der Heiligen Messe im Regensburger Dom "St. Peter", eine große Ehre, welche sonst dem berühmten Knabenchor, den "Regensburger Domspatzen" vorbehalten ist. Die vier vorgetragenen Stücke: "O bone Jesu", das "Ave Maria", "zum Sanctus" aus der "Deutschen Messe" von Franz Schubert und "Gott wie groß ist deine Güte" von Johann Sebastian Bach fanden großen Anklang und Manfred Jäckels anschließendes Lob "Besser geht es nicht" war aus seinem Mund für seine Sänger allerhöchste Anerkennung für diese so erfolgreiche Konzertreise. Da der auf dieser Reise von einem Kamerateam begleitet wurde, gibt es ein Video unter dem Titel: "Männerchor Cäcilia 1880 - Chorfahrt 2002", welches von diesem fröhlichen Vereinsausflug mit Chortreffen, gemeinsamem Konzert, dem Auftritt im Regensburger Dom und natürlich von der wunderschönen Landschaft berichtet.
Das Jahr 2003 begann für den Männerchor am 09. Februar mit einem Benefizkonzert zugunsten der Stotternheimer Kirche "St.Peter und Paul", deren Turmspitze im Oktober 2002 während eines Sturmes abgebrochen war und das 870 Euro einbrachte. Das 50-jährige Chorleiterjubiläum von MD Manfred Jäckel war im März Anlass für ein Franz-Schubert-Konzert im überfüllten Rathaus. Ein weiteres viel beachtetes internationales Benefizkonzert fand dann gemeinsam mit dem "Koninklijk Mannenkoor Gruno Groningen" aus den Niederlanden am 27. Mai im Erfurter Rathaus statt. Ein weiterer Höhepunkt des Jahres 2003 war das erste Gemeinschaftskonzert des Männerchores mit dem Polizeimusikkorps Thüringen anlässlich des 28. Krämerbrückenfestes am 15. Juni im Rathausinnenhof. Das Konzert wurde ein großer Erfolg und fand noch viele Nachfolger. Die Chorfahrt führte am 26. Oktober 2003 nach Naumburg und Freiburg.
2004 wurde die Arbeit des Chores neben den üblichen sich immer wiederholenden Aufgaben wesentlich von den Vorbereitungen auf sein 125-jähriges Jubiläum 2005 und die damit verbundene Herausgabe seiner ersten DVD und seines ersten Video geprägt. Bei der Auswahl der Drehorte für diesen Dokumentarfilm, der u.a. die Thüringer Heimat des Chores und das Chorleben selbst zeigt, die einzelnen Sänger aber auch vorstellen soll, wurde von Beginn an besonderer Wert auf die Harmonie zwischen dem zu hörenden Chorgesang und der zu sehenden Schönheit der Thüringer Landschaft gelegt. So wurde in der Klosterkirche von Thalbürgel mit ihrer einzigartigen Akustik genauso produziert wie vor den Dornburger Schlössern, der Pfarrmühle im Mühltal, am Goethe-Häuschen auf dem Kickelhahn, in der Rotkäppchen-Sektkellerei Freiburg und in der "St. Severi Kirche" in Erfurt. Ab 2004 erhält der Männerchor mit: http://www.caecilia1880.de seinen eigenen Internetauftritt.
"Von der Wartburg bis zur Saale...", Dittelstedts Männerchor gelang 2005 mit seiner neuen DVD ein Meisterstück. In ihrer Dezemberausgabe 2005 schrieb die Zeitschrift des Deutschen Chorverbandes "Neue Chorzeit" unter dem Titel: "Ein Chor im Film" u.a.: "..einen Film,..kurz: eine Mischung aus Konzert und Historie, Landschaftskunde und Klangkultur, Alltag und Fest, inszeniert als musikalische Reise quer durch Thüringen, ausgeschmückt mit professionellen Effekten und einer ausgeprägten Liebe für das Detail - eine bessere Werbung für einen Männerchor unserer Tage kann man sich nicht vorstellen..". Dass der Dittelstedter Männerchor sein Handwerk versteht, war nicht nur in Erfurt und Umgebung schon seit langem bekannt, dass es ihm aber gelingen würde, eine DVD zu produzieren, die weit über das sonst übliche Niveau solcher Emissionen hinausgeht, überraschte nicht nur die zahlreichen Zuhörer und Zuseher, sondern selbst die Mitwirkenden. Auch durch die teilweise Einbeziehung des "Thüringer Polizeimusikkorps" und der "Liedertafel Tiefthal 1857" gelang es, besonders durch die meist brillanten Bilder, die der Kamerafrau Frau Kliebisch gelangen, eine Einheit und Harmonie zwischen ihnen und dem "hörenswerten Chorgesang", wie Frau Dr. Mielke, Erfurts renommierteste Kunstkritikerin formulierte, herzustellen. Anlässlich seines Jubiläums 2005 erhält der Chor auch seine neue Chorkleidung mit grauer Hose, dunkler Weste und dunklem Blazer. Über das Chorkonzert mit den Geraer Bläsersolisten zu Ehren Karl-Eduard Göpfers in der Kirche von Mönchenholzhausen berichtet auch die Fachzeitschrift "Neue Chorzeit" positiv. Das Sängerfest fand vom 26. - 28. August mit den befreundeten Chören MGV "Eintracht" 1887 Oberhone, der "Liedertafel Tiefthal 1857", dem Männerchor "Sängerfreunde 1848 Hochheim" und dem "Gemischten Chor Berlstedt" statt.
Im Januar 2006 wurde Jürgen Neumeister zum neuen Vorsitzenden gewählt, außerdem übernahm Musikdirektor Wilfried Schnöke, der ehemalige Leiter des Thüringer Polizeiorchesters, die musikalische Führung des Chors. Da MD Schnöke selbst schon als Sänger jahrelang Chormitglied war und teilweise MD Jäckel vertreten hatte, gab es kaum übergangsprobleme und die Chorarbeit ging auf hohem Niveau weiter. Die Zahl der Auftritte hat sich in den letzten Jahren ständig erhöht, so dass auch aus Zeitgründen heute nicht mehr alle Anforderungen und Auftrittswünsche erfüllt werden können.
Bei der Vorstandswahl am 19. März 2010 wurde Klaus Buschendorf zum neuen Vereinsvorsitzenden gewählt. Er löste damit Jürgen Neumeister, der aus persönlichen Gründen nicht wieder für den Vorstand kandidierte, im Amt ab.
2010 feierte auch Dittelstedts bekannter Chor mit einem brillanten Festkonzert vor weit über 200 Besuchern und Gästen im Rathausfestsaal sein 130-jähriges Bestehen. Mit seinem riesigen Repertoire hat er auch unter der neuen musikalischen Leitung von MD Wilfried Schnöke nichts von seinem Können verloren, sondern es sogar noch erweitern können, wie die zahlreichen Auftritte, auch gemeinsam mit anderen Chören, überzeugend beweisen. Der Männerchor "Cäcilia 1880 e.V." ist inzwischen fester Bestandteil des Erfurter Kulturlebens geworden.
Dass der Dittelstedter Männerchor keine Angst vor großen Auftritten hat, zeigte sich auch am 16. Juni 2012, als er einer Einladung der Landsmannschaft der Donauschwaben in Thüringen im Bund der Vertriebenen (BdV) zur Mitgestaltung der Abschlussveranstaltung der 20. Ostdeutschen Kulturtage in der Unstruthalle in Sömmerda folgte. Nach ihrem Einmarsch an der Spitze der Sänger und Tanzgruppen, die die Veranstaltung künstlerisch umrahmten, eröffnete der Dittelstedter Chor das Festprogramm mit der "Ode an die Freude..." und dem Lied: "Freiheit, die ich meine...". Unter der Leitung von MD Wilfried Schnöke setzte der Chor damit vor mehreren Hundert Zuhörern ein erstes Ausrufezeichen, was u.a. dazu führte, dass sich am Ende viele der auswärtigen Teilnehmer sehr anerkennend über diese unerwartet hohe Qualität des Chorgesangs äußerten. Auch mit der durchdachten Auswahl der Lieder im zweiten Auftritt am Ende der Veranstaltung, z. B. mit der im Original vorgetragenen kroatischen Weise "Mala moja" konnte der Chor überzeugen. Er traf darüber hinaus genau den Geschmack der Mehrzahl der Teilnehmer, deren Vorfahren aus dem Elsaß, Lothringen, aber auch Hessen und Preußen im 17. und 18. Jahrhundert von den Habsburgern längs des Mittellaufs der Donau neue Siedlungsgebiete erhielten.
Ein halbes Jahr später, am 07. November 2012, begleitete der Männerchor in Anwesenheit der Ministerpräsidentin des Freistaates Thüringen, Christine Lieberknecht, musikalisch die feierliche Auszeichnung Thüringer Ehrenamtlicher im Erfurter Kaisersaal.
Das Jahr 2013 stand ganz im Zeichen der Konzertreise des Dittelstedter Männerchors nach Wermelskirchen-Ellinghausen bei Köln. Der dortige Partnerchor "MGV Niederwermelskirchen" hatte die Dittelstedter und weitere elf Chöre aus der näheren Umgebung zum "Ellinghauser Musikfestival" eingeladen, das hier vom 28. - 30. Juni 2013 stattfand. Als besondere Ehre für den weitgereisten Dittelstedter Chor hatte man für ihn darüber hinaus auch einen Gastauftritt im Kölner Dom organisiert. Am 29. Juni war es dann soweit und die Dittelstedter begleiteten um 12.00 Uhr vor Hunderten von Gläubigen das offizielle Mittagsgebet im Dom mit ihren Liedern - ein unvergessliches Erlebnis für alle Beteiligten.
Das Chortreffen selbst fand in der gut besuchten Bosman-Halle in Wermelskirchen statt, war gut organisiert und machte nicht nur den Zuschauern, sondern auch den Teilnehmern riesigen Spaß. Angefangen mit der Vorstellung der Chöre am Vorabend, dem "Gottesdienst im Grünen" am Sonntagmorgen und dem "Hoffest des MGV Niederwermelshausen", alle Chöre verstanden es, mit ihren Auftritten die gesamte Festhalle zu begeistern. Auch der Dittelstedter Männerchor unter der bewährten Leitung von MD Winfried Schnöke stand dabei den anderen Chören in nichts nach. Beginnend mit "Hoch Erfordia", einer eigenen Komposition von MD Winfried Schnöke und Text von Dieter Heese und endend mit "Mathilda" hatten sie das sachverständige Publikum schnell im Griff und ernteten großen Applaus.
Die Verbundenheit des Männerchors auch mit den anderen Vereinen des Ortsteiles zeigt sich nicht nur bei Gedenktagen oder anderen Feierlichkeiten sondern z. B. auch durch die musikalische Begleitung des Chores bei der Fahnenweihe des Karnevalclubs Dittelstedt (KCD) in der St. Martin Kirche am 11. Januar 2014. 12 Jahre nach der Ausgliederung aus dem Männerchor und der Neugründung 2001 wurde die neue Fahne (in Form einer Standarte) geweiht.
Das Jahr 2014 wurde für den Dittelstedter Männerchor zum Jahr des Umbruchs und des Neuanfangs. Unser langjähriger Chorleiter, MD Winfried Schnöke, der den Chor ab Januar 2006 mit großem Engagement geführt hatte, übergab aus Altersgründen nach seinem letzten Konzert, dem Frühlingskonzert im Erfurter Rathaus, am 21. März 2014, den Dirigentenstab an die Saarländerin Hanna Schmal, einer Studentin der Musikhochschule Franz Liszt in Weimar. Damit erhielt der Männerchor zum ersten Mal in seiner langjährigen Geschichte eine Frau als Chorleiterin, die außerdem höchstens halb so alt wie alle anderen Chormitglieder war.
Natürlich gab es anfangs Skepsis auf beiden Seiten, die aber nach den ersten gemeinsamen Proben schnell verflogen war. Die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen und gemeinsam weitere Höhepunkte im Dittelstedter Chorleben zu schaffen, war auf beiden Seiten groß, ebenso wie die Offenheit für neue Ideen bei der Liederauswahl und der Präsentation. Dies zeigte sich schon bald beim Chortreffen am 03. Oktober 2014, dem Tag der Deutschen Einheit, in Mühlhausen, wo die 25-jährige Chorfreundschaft zwischen Oberhone und Dittelstedt gefeiert wurde. Beim Festempfang im Mühlhäuser Rathaus wurde dabei der ersten Kontaktaufnahme von Jürgen Hochhaus mit den Oberhonern auf der Wartburg und des fast heimlichen Besuchs der Oberhoner Sänger in Dittelstedt gedacht. Dies war der Beginn dieser einmaligen Chorfreundschaft, deren Jubiläum in Mühlhausen, gewissermaßen auf halbem Weg, gemeinsam gefeiert wurde. Das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen Chor und neuer Chorleiterin zeigte sich dann auch im erfolgreichen Jahreskonzert am 02. November 2014 in der Lutherkirche. Am Ende bedankten sich die über 180 Zuhörer mit begeistertem Applaus.
Im Jahr 2015 feierte der Männerchor Cäcilia 1880 Erfurt-Dittelstedt e.V. seinen 135. Gründungstag und gleichzeitig den 30. Jahrestag seiner Neugründung von 1985. Dies war Anlass genug, auch den als Faltblatt gestalteten Werbe-Flyer des Vereins zu überarbeiten und zu aktualisieren. Zum Festkonzert Ende Juni ausgereicht, erhielten damit die Jubiläumsgäste nicht nur ein tolles Konzert geboten, sondern auch die aktuellsten Informationen zum Chorleben. Veranstaltungsort war diesmal die gut gefüllte Aula des Evangelischen Ratsgymnasiums in der Meister-Eckehart-Straße. Unter dem Dirigat von Hanna Schmal, der partiellen Klavierbegleitung durch Jens Nedeß und der mit viel Hintergrundinfos angereicherten Moderation von Klaus Hänseroth (2. Bass) boten die 27 Sänger ein 75-minütiges, abwechslungsreiches Programm, was bei den Gästen großen Gefallen fand, wofür am Ende großer Applaus und die mehrfache Forderung der Publikums nach Zugaben der Beleg war.
Der Dittelstedter Männerchor ist, auch wenn nicht mehr viele Sänger direkt aus der Ortschaft sind, eng mit dieser verbunden. Dies zeigt sich u.a. auch an der gestalterischen Teilnahme am Volkstrauertag am Denkmal und am Ehrenhain. Besonders bei der musikalischen Umrahmung der Gedenkfeier zum 70. Jahrestag der Bombardierung Dittelstedts am 17. März aber auch bei den jährlichen Weihnachtskonzerten in der St. Martin-Kirche zeigte auch der Männerchor seine große Verbundenheit zur einheimischen Bevölkerung. Diese wiederum dankte es ihm u.a. durch die nach der Wende erfolgte Umbenennung der "Straße der Jugend" in "Cäcilienstraße".
Geburtstagsständchen sind für jeden Chor nicht nur eine Gelegenheit, sein Können aus gegebenem Anlass im vertrauten Kreis seinen Freunden und Bekannten darzubieten, sondern auch immer die Möglichkeit, anzustoßen und in froher Runde gemeinsam zu feiern. Gelegenheit dazu bot auch das Jahr 2015, als eines der ältesten Chormitglieder und Dittelstedter "Urgestein", Clemens Weidenhaun, Anfang November im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr seinen 80. Geburtstag feierte. Natürlich war der Chor dabei und revanchierte sich für die Einladung mit einem ausgiebigen Ständchen.
Als dann am 15. Mai 2016 sogar noch eine "Goldene Hochzeit", wie die von Chorlegende und langjährigem Chormitglied, dem Rhodaer Sänger Friedel Ludloff und seiner Ehefrau Bärbel anstand, wollten natürlich wieder alle Sänger dabei sein und dem Hochzeitspaar auch musikalisch gratulieren. So ließ es sich der Chor nicht nehmen, die erneute Segnung des Paares nach 50 Ehejahren in der gut gefüllten Rhodaer Kirche musikalisch zu begleiten, auch wenn der steile Aufstieg auf die 2. Empore der kleinen Kirche für viele der betagten Sänger mehr als nur eine kleine Herausforderung war. Das völlig neue und beeindruckende Klangerlebnis allerdings entschädigte dann schnell wieder für die zuvor überstandene Mühe. Spätestens beim Kaffeetrinken in der "Eintracht" in Obernissa war alles vergessen und zur Freude aller Anwesenden wurde aus der Laudatio noch zusätzlich ein Ständchen für alle Hochzeitsgäste.
Zwei Jahre nach dem Chortreffen mit den Oberhoner Sängern in Mühlhausen hatten die befreundeten Chöre für den 5.6.2016 ein erneutes Treffen vereinbart, diesmal auf der Wartburg in Eisenach. Um ihre Singfähigkeit zu erhalten, hatten sich die Sänger des befreundeten Männerchores "Eintracht" 1887 Oberhone e.V. mit Sängern des Gesangvereins "Concordia" 1875 e.V. aus Reichensachsen, einer Nachbargemeinde von Oberhone verstärkt. Nach Begrüßung und Mittagessen in Eisenach ging es gemeinsam, bei Bedarf mit Shuttle, hoch zur Wartburg. Nach der Besichtigung der Burg fand sich dann die Gelegenheit an historischem Ort auf den Stufen zum Palais mit einem kleinen gemeinsamen Konzert hier der ersten Begegnung der Sänger 1988 zu gedenken. Auch die Lokalzeitung von Oberhone, die "Werra-Rundschau", berichtete später, am 21.6.2016, über dieses gelungene Treffen.
Das Festkonzert des Männerchors unter dem Motto "In der Ferne...", unter der Leitung von Hanna Schmal fand am 23. September 2016 wieder in der Lutherkirche statt und war besonders durch neue Lieder und überraschende Arrangements geprägt, die auch das jüngere Publikum beeindruckten und durchaus zum Wiederkommen animierten.
2016 gab es auch wieder einen runden Geburtstag zu feiern, zu dem der Chor eine Einladung erhalten hatte. Das langjährige Chormitglied Jürgen Neumeister feierte am 2. Oktober im "Linderhof" in Linderbach im Kreise seiner Familie seinen 80. Geburtstag. Jürgen Neumeister war von 2006-2010 Vorsitzender des Dittelstedter Männerchors und ist aufgrund seines musikalischen Sachverstandes auch heute noch ein geachteter und anerkannter Sänger, sodass es dem gesamten Chor unter der Leitung von Hanna Schmal eine Ehre war, durch seine Darbietungen zum Gelingen des Jubiläums beizutragen.
Auch das angefragte Freundschaftstreffen und gemeinsame Chorkonzert vom Potsdamer Männerchor 1848 unter der Leitung von Dr. Isabella Karpinski und dem Dittelstedter Männerchor unter der Leitung von der Musikhochschulabsolventin Hanna Schmal am 8. Oktober in der gut besuchten Kaufmannskirche erwies sich als musikalischer Volltreffer und trug zur erfolgreichen Jahresbilanz des Chores für 2016 bei.
2017 erfolgte ein erneuter Wechsel in der Chorleitung. Frau Hanna Schmal hatte ihr Studium in Weimar erfolgreich beendet und kehrte als Musiklehrerin und Chorleiterin ins Saarland zurück. Sie tat dies allerdings nicht, ohne vorher, auf Wunsch des Chores, aus dem Kreis ihrer ehemaligen Kommilitonen einen geeigneten Nachfolger vermittelt zu haben. Zu Jahresbeginn 2017 übernahm daher der Student der Musikhochschule Jakob Rendenbach die musikalische Leitung des Chores, den er bereits auf Einladung von Frau Schmal als Solist beim Festkonzert im September 2016 kennengelernt hatte. Kurzzeitige Bedenken einiger älterer Chormitglieder wegen des Altersunterschiedes von mindestens 40 Jahren (das Durchschnittsalter des Chors beträgt z.Zt. 65 Jahre) waren allerdings spätestens nach den ersten beiden Proben verschwunden. Seine Unbekümmertheit und Fröhlichkeit, verbunden mit neuen Ideen und fundiertem Fachwissen brachten bei aller Ernsthaftigkeit neuen Schwung und Freude in die Probenarbeit, die sich auch in der verbesserten Anwesenheit der Sänger widerspiegelte. Die Bedingungen waren und sind nicht optimal, da Herr Rendenbach in Weimar wohnt und zu den abendlichen Proben und Auftritten immer per Bahn nach Erfurt anreisen muss. Trotzdem beeindruckt Herr Rendenbach mit großem persönlichen Engagement und zeigt, dass er gewillt und in der Lage ist, das Niveau des Chores nicht nur zu halten, sondern auch weiter zu erhöhen. Durch die Aufnahme neuer, moderner Kompositionen in das Repertoire des Chores verbesserte er darüber hinaus dessen Akzeptanz auch bei dem jüngerem Publikum, wie der Erfolg beim Jahreskonzert am 18.6.2017 in der Lutherkirche, diesmal u.a. mit Frau Schmal als Solistin, und dem traditionellen Gemeinschaftskonzert der drei Erfurter Männerchöre am 10.9.2017 im Rathausinnenhof zeigte. Direkt anschließend zeigte der Chor traditionell beim Erfurter Weinfest auf dem Domplatz mit alten und neuen Weinliedern wieder seine große Wandelbarkeit. So begleitete er musikalisch neben zwei Hochzeiten, einer goldenen der Fam. Laage am 3.5. und einer grünen in Salomonsborn am 1.7. auch Trauerfeiern und war darüber hinaus zur Weihnachtszeit, wie immer mit Konzerten im TEC (Thüringer Einkaufszentrum), auf dem Domplatz und in den verschiedenen Kirchen im Ort und in der Umgebung erfolgreich pr&aul;sent.
Die erfolgreichen Konzerte in der Stadt und in der Umgebung verfehlten ihre Außenwirkung nicht, denn immer wieder finden auch 2018 neue Sänger den Weg in den Männerchor, sodass die Zahl der aktiven Sänger in den letzten Jahren mit 30 Männern fast konstant geblieben ist. Zwar fällt es dem einen oder anderen altersbedingt immer schwerer, z.B. bei den Auftritten längere Zeit zu stehen, die Stimmlage zu halten oder sich an größeren Chorreisen zu beteiligen, trotzdem haben auch aufgrund der guten Stimmung im Chor, alle den Willen, Lösungen zu finden, damit möglichst für alle das Gemeinschaftserlebnis: "Männerchor" noch lange weiter geht. Und es wurden diese Lösungen z.B. durch Umsetzung in eine andere Stimmlage, durch eingebundene Pausen in den Konzerten oder auch durch Nutzung des Angebots von Tagesreisen gefunden. Den Spaß beim Singen zu erhalten, das ist aber für alle Sänger und besonders ihren Chorleiter das Geheimnis einer guten Zusammenarbeit.
Unter diesen Voraussetzungen waren die vom Chor unter der Leitung von Jakob Rendenbach begleiteten Veranstaltungen auch 2018 wieder sehr erfolgreich. Das betrifft die Teilnahme am ganztägigen Chortreffen im Forsthaus Willrode am 24. Juni, das Konzert der Erfurter Männerchöre im Rathausinnenhof und der anschließende Auftritt zum Erfurter Weinfest auf dem Domplatz am 9. September, das Jahreskonzert in der Lutherkirche am 22. September, bei dem erstmalig Chormitglieder als Solisten auftraten, aber auch das Festkonzert im AWO-Pflegeheim in Vieselbach, anlässlich seines 20-jährigen Bestehens.
Auch 2018 wurde abgeschlossen mit stimmungsvollen Weihnachtskonzerten im TEC, auf dem Domplatz zum Weihnachtsmarkt und in den Kirchen von Rhoda, Niedernissa und Dittelstedt. Begonnen wurde dort traditionsgemäß am 1. Advent in der Gustav-Adolf-Kirche auf dem Herrenberg und beendet am 3. Advent in der St. Martin-Kirche in Dittelstedt.
Dr. Frank Seyfarth, Erfurt im Dezember 2018